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GAMUT INC / Marion Wörle, Maciej Sledziecki:
Inszenierung, Komposition, Bühne und Licht
RUBEN RENIERS: Tanz, Choreografie
ANKE BRUNS: Kostüm, Maske
PAUL PAULUN: Outside Eye
FLORIAN KRÖCKEL: Produktionsleitung
SARAH ROSENAU: Pressearbeit Berlin
VERA FIRMBACH: Pressearbeit Köln
MARION WÖRLE: Grafikdesign
CHRISTOPH VOY: Fotos
inpetto filmproduktion: Film Dokumentation

OVER THE EDGE CLUB revisited
Do 03. Dez 2020 20:00 Uhr Theater im Delphi Berlin – Premiere
Fr 04. Dez 2020 20:00 Uhr Theater im Delphi Berlin
Sa 05. Dez 2020 20:00 Uhr Theater im Delphi Berlin
TICKETS über RESERVIX

OVER THE EDGE CLUB
Mi 09. Dez 2020 20:00 Uhr im Artheater Köln – Premiere
Do 10. Dez 2020 20:00 Uhr im Artheater Köln
Tickets nur VVK über: artheater.de/

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Aus ferner Zukunft schaut gamut inc’s einstündiges Musiktheater OVER THE EDGE CLUB durch die Augen einer Superintelligenz. Sie träumt einen Deep Dream von ihren Vorgängern, die irgendwo in ihrem Gencode gespeichert sind. Die überholten KIs erscheinen in Form eines menschlichen Performer-Avatars.

Da ist zum Beispiel Eugene Goostman, ein 13-jähriger ukrainischer Junge, der eigentlich eine Software ist, die zum ersten Mal einen Turing Test bestanden hat. In dem Test sollen Menschen beurteilen, ob ein für sie nicht sichtbarer Gesprächspartner Mensch oder Computer ist. Mit dieser dissoziativen Identitätsstörung – ob Mensch oder Software? – irrt der Junge unsicher durch den Traum. Dort begegnet ihm auch „Alpha Go“, kurzzeitig Weltmeister im Go Spiel, mit seiner verletzten Eitelkeit.

Sie sind hier im OVER THE EDGE CLUB versammelt und spiegeln die Sehnsüchte und Wünsche vergangener Generationen und Spezies wider. Der Titel bezieht sich auf die think-tanks von Wissenschaftlern, insbesondere den berühmten Club „The Edge“, in dem hochkarätige Intellektuelle Zunkunftsoptionen der Menschheit erörtern.

gamut inc‘s OVER THE EDGE CLUB schafft einen verzerrten und ironisch durchsetzen Resonanzraum für Träume und Visionen der Gegenwart: Was passiert eigentlich mit all den „Künstlichen Intelligenzen“ wenn der Fortschritt sie überholt?

Die schematischen Antworten des Chatbots „Eliza“, bahnbrechend in den Sechzigerjahren, lassen einen heutzutage lediglich amüsiert lächeln. Wie schnell wurde „Alpha Go“, die erste Software, die sich beim Spiel Go auf Meisterniveau mit Menschen messen konnte, von ihrem Nachfolger „Alpha Zero“ vernichtend geschlagen? „Alpha Zero“ hatte das Spiel ohne menschliche Hilfe, rein durch spielen gegen sich selbst erlernt, und verfolgt mittlerweile Strategien, die in der jahrhundertelangen Geschichte des Spiels noch nie von Menschen erdacht wurden. Die nächsten KI-Generationen werden wohl nicht mehr von Menschen, sondern von anderen KIs entwickelt. Wir werden immer mehr zum faszinierten und zweifelnden Betrachter, wie die Maschine uns überholt, ohne dass wir deren Kausalketten noch nachvollziehen können.

„We created a universe, that universe of numbers with a life of their own. A universe of selfreproducing digital code, it‘s growing by five trillion bits per second, we are still here at the big bang of that thing, and I don‘t think we are studying it enough, what‘s it gonna be in ten thousand years, what‘s it gonna be in one hundred years?“
George Dyson 2016

Förderer und Partner:


links: Ross Ashbys Homöosthat 1948

Der Homöostat zählte zu den frühesten Werkzeugen im Feld der Künstlichen Intelligenz. Der aus vier Modulen bestehende Apparat konnte sich von selbst an veränderte Umwelten anpassen.

rechts: ENIAC 1945
Der erste Universalrechner ENIAC war ein geheimes militärisches Projekt. Die Programmierung des ENIAC erfolgte durch Drehschalter und tausende von Hand geknüpfter Kabelverbindungen. Eine Umprogrammierung dauerte Stunden oder Tage. Es wurden dafür etliche Kabel und Werkzeuge benötigt.